Heute war es mal wieder soweit…die Krawattenträger und die Businesslady waren unterwegs. Stolz, adrett, mit geschwollener Brust, durch die Flure schreitend. Mit scharfem Blick und dem festgewachsenen Standardgrinsen. Und schwupp, die wupp, schrie die Ungerechtigkeit: „Sie sind ja nur am Quatschen hier!“ Es traf eine unschuldige, ältere Kollegin die sich nach einem Thema von beruflicher Natur beim Kollegen erkundigte. Sie war nicht auf den Mund gefallen und kommentierte, dass sie sich derartige Unterstellungen verbittet.

Um es direkt und frei zu sagen, solche Krawattenträger haben ihre Menschlichkeit an den Teufel verkauft!

Nur um „der Herr der Lage zu sein“ und um allen zu zeigen, wie „mächtig“ sie sind, was aus ihnen geworden ist und vielleicht auch „wie geil“ sie sind. Dabei hat dieses Verhalten durchaus System. Andere wie „Dreck“ zu behandeln, damit das eigene Ego wachsen kann.

Ich kann als „Pippi Langstrumpf“ nur drüber grinsen. Solche Menschen können doch nur ein Cocktail am Strand, ein hochkarätiges Hotel, ein Ferrari, eine hightech Uhr oder schicke Bräute im Leben beeindrucken. (Gähn…langweilig!)

Aber was ist, wenn der Tod an die Türe klopft?

Die wahre Schönheit, hat ein solcher Mensch nie gesehen. Oder schlichtweg im Herzen eingesperrt, um nicht verletzlich zu wirken und zu sein. Und das ist dann wohl eine ihrer größten Schwäche: Verletzlichkeit zu zeigen.

Geblendet von Geld. Künstliche, erzeugte Schönheit haben den Geist eines solchen Menschen verwirrt und in den Bann gezogen. Dieser Mensch hat nie die Seele der Erde verspüren dürfen. Die Power „wie ein Phoenix aus der Asche empor steigend“ kennen solche Leute nicht. Sie kennen die Tiefen des Lebens nur vom Hören sagen. Und wieder, aus der Angst heraus ein „Verlierer“ sein zu können, erleben sie nicht, welche Stärke aus einer Niederlage wachsen kann.

Und so ging ich durch die Flure und verschenkte ein mitleidiges Grinsen. Reichtum und Macht gibt es in vielfältiger Weise. Geld ist eben nicht alles.