Schon in jungen Jahren wollte ich mit meinen Freunden eine Umweltaktivisten-Gruppe gründen. Gesagt, getan…wir bastelten Buttons und sammelten den Müll auf. Doch die Projektgruppe scheiterte, da die Eltern nicht den eingesammelten Müll entsorgen wollten. Außerdem war das Aufsammeln ja schon „unhygienisch“, so die Erwachsenen.

Mein Interesse für Natur und Umwelt blieb – der Müll auch.

Eigentlich wollte ich ein Jahr lang an der Küste arbeiten-ein sogenanntes „Bundesfreiwilligen Jahr“ machen. Nun ja,   dazu hätte ich auf Einkommen verzichten müssen und das ging zu diesem Zeitpunkt auch nicht.

So ging ich „straight“ durchs Leben. Verliebt, verlobt, verheiratet, Haus bauen lassen und Kinder bekommen.

Mit unseren Kindern stieg auch mein Umweltbewußtsein – noch mal um ein vielfaches. Ständig kursierte die Frage in meinem Kopf: Welche Umwelt hinterlasse ich meinen Kindern?

Den Plastikmüll den ich heute entsorge verrottet erst in 500 Jahren! Was für eine Welt übergebe ich da meinen Kindern?

Und so handel ich, endlich, nach dem ich bereits Tonnen von Müll produziert habe.

Nun, ich bin halt nicht im „Umweltaktivistenhaus“ aufgewachsen und starte aus dem Nichts. Beinah. Immerhin habe ich gelernt, wie ich sparsam mit Dingen umgehen kann oder wie ich mich quasi aus einem Garten selbstversorgen kann. Das Wissen ist über die Jahre beinah verschwunden. Sehr lange lebte ich bequem und nach der „Fast Food Mentalität“.

Heute bin ich erschrocken darüber, was alles in der Umwelt läuft. Ich suche nach Salamandern, nach Fröschen, nach Schnecken mit Häusern und nach Rotkehlchen. Ich bin traurig darüber, dass mein Handeln mit dazu beigetragen hat, dass Artenvielfalt verschwindet. Darum bin ich mir sicher, dass meine „Müllvermeidungshaltung“ ebenso dazu beiträgt, die schlimmsten Schäden zu vermeiden.